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Geld verdienen auf der Straße

(Bild) Ein “zapatero” im Microcentro bei der Arbeit.

Geld verdienen auf der Straße

Wer durch die Straßen von Buenos Aires schlendert, der wird ihnen begegnen, den “vendedores ambulantes”, den “paseodores de perros”, den “zapateros”, den “trapitos” und den “cartoneros”. Spätestens seit der großen Krise im Jahr 2001 sind viele Argentinier darauf angewiesen, ihr Geld auf der Straße zu verdienen. Wir möchten ihnen einige Tätigkeiten, die kaum genug einbringen, um einen Lebensunterhalt zu bestreiten, vorstellen.

Vendedores Ambulantes

Das argentinische Gesetz erlaubt es jedem Bürger zur “Selbsterhaltung” als Straßenhändler zu arbeiten. Und so findet man sie an jeder Ecke der Stadt, hauptsächlich jedoch in der Nähe von den Stationen der Subte (U-Bahn) und an belebten Plätzen. Verkauft wird alles. Von Haushaltsgegenständen wie Schwämmen, Türstoppern und Saugnäpfen über Töpferarbeiten bis hin zu Billigspielzeug aus Fernost. Und wenn man mal keine Kinokarte für den neuesten Hollywood-Blockbuster ergattern konnte…ein freundlicher Straßenverkäufer wird ihnen sicherlich mit einer Kopie auf DVD weiterhelfen. Bleibt zu erwähnen, dass der Verkauf sehr unaufdringlich abläuft. Mit Belästigungen, wie in anderen Ländern, muss also nicht gerechnet werden.

Paseodores de Perros

Was hat zwei Arme und 42 Beine? Ein Hundeausführer in Buenos Aires! Die Porteños lieben Hunde. Besonders die Bewohner der bürgerlichen Barrios, wie Palermo, Recoleta oder Belgrano. Damit die edlen Vierbeiner auch genügend Auslauf bekommen, klingelt jeden Morgen und Abend der Hundeausführer, um den Bello abzuholen. Damit sich der Job für den “paseodor de perros” auch lohnt, sammelt er auf seiner Route 10 Hunde und mehr ein, die er in die Parkanlagen der Stadt führt. Hier gibt es ausgewiesene Flächen auf denen die Hunde frei laufen dürfen. Die “Profi-Paseodores” packen die Vierbeiner in ihre Kleintransporter und fahren sie in die Parkanlagen Palermos. Der Anblick, wenn 15 Hunde nahezu gleichzeitig aus einem Transporter springen, ist schon ein Foto wert.

Zapateros

Wenn sie nicht gerade in Flip-Flops unterwegs sind und stattdessen Lederschuhe tragen, dann sollten sie an den “zapateros”, den Schuhputzern,  nicht einfach vorbeigehen. Aus zweierlei Gründen: Diese Leute verstehen ihr Handwerk und der Begriff Handwerk ist hier absolut angebracht…in Zeiten von irgendwelchen Quick-Glanz-Produkten kommt ihren Schuhen für ein paar Pesos mal wieder die Aufmerksamkeit zu Teil, die ihnen eigentlich gebührt. Wenn sie darüber hinaus noch ein paar Brocken spanisch sprechen, dann sind die “zapateros” eine schier unendlich sprudelnde Quelle für Geschichten aus Buenos Aires.

Trapitos

Während sich die “zapateros” unter den Porteños einer gewissen Beliebtheit erfreuen, sieht man den “trapitos” eher mit gemischten Gefühlen entgegen. “trapitos” sind meist junge Männer, die in belebten Straßen wild mit Lappen (= trapo) in der Luft rumfuchteln und Autofahrer auf freie Parkplätze hinweisen. Eigentlich ein guter Service, der sicherlich auch den ein oder anderen freiwilligen Peso wert ist. Doch zahlt der Fahrer nicht, bleibt es manchmal nicht bei einem bösen Blick oder einer Beschimpfung. In einigen Fällen wird sogar das Fahrzeug des Zahlungsverweigerers mutwillig beschädigt.

Deshalb will die Stadtregierung von Buenos Aires unter Bürgermeister Mauricio Macri den “trapitos” auch engere Grenzen setzen. So sollen künftig nur noch registrierte “trapitos” an bestimmten Orten der Stadt arbeiten dürfen (z.B. an Fußballstadien).

Cartoneros

Sie kommen zumeist abends mit Zügen aus den Siedlungen rund um Buenos Aires und sortieren den Müll der Großstadt, der später recycled wird. Mehr über die Arbeit der Cartoneros erfahren sie hier im Buenos Aires-Lexikon